Über Twitter von meinem Follower @Motorrad bin ich auf einen Artikel gestoßen, den ich den Anfängern unter Euch einfach nicht vorenthalten möchte und für dessen Verbreitung ich mit Verantwortlich sein möchte.
Erst dachte ich ja, schön noch ein Blog, der Empfehlungen für Motorradanfänger heraus bringt, aber nach lesen des Beitrages, muss ich sagen, war ich gleich hellauf begeistert und muss es Euch erzählen.
In Joghurt’s Techblog gibt es einen Beitrag der wirkliche, wirklich Hilfreich ist. Vor allem, weil ich bei 2 der 3 angesprochenen Empfehlungen selbst schon solche Erfahrungen gemacht habe.
Joghurt beschreibt hier die Erfahrungen die er beim Grüßen von Motorradfahrer und beim zu schnellen Kurvenfahren gemacht hat.
So, wie aus dem Betreff zu lesen, bin ich seit 2 Tagen im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis Klasse A.
Durch mein recht hohes Alter, hab ich keine Probezeit und darf komplett offen fahren. Ob das gut ist wird die Zeit zeigen.
Nun zu meiner Fahrprüfung.
Der Anfang
Tja da ich ja meinen Fahrlehrer etwas drängen musste, das er mich zur Prüfung anmeldet bekam ich natürlich einen eingeschobenen Termin. Warum musste ich Ihn auch belabbern…ach ja, ich weiß wieder. Ich glaube Ihm machte es einfach Spaß mit Motorrad viel in der Gegend rumzugurken und da wir beide uns sehr gut verstehen, wollte er wohl länger fahren. Oder lag es doch am Geld??? Nun gut, ich hatte erfolgreich einen Termin bekommen und dieser lag nun auch noch so das ich dem Prüfer eine viertel Stunde seiner wohlverdienten Mittagspause kostete.
Weiterhin startete meine Prüfung nicht wie alle am Parkplatz um die Grundelemente zu fahren, sondern direkt an der DEKRA. Wir mussten ja den Prüfer abholen. Was noch ungewohnt war, ich bin das erste mal mit Begleitauto gefahren, was aber nicht wirklich schlimm gewesen ist, da ich Franki (mein Fahrlehrer) besser verstehen konnte und das Auto folgt nicht so schnell wie ein Motorrad. Also konnte ich alles Ruhiger angehen.
Die Prüfung
Die Prüfung begann mit kurzer Einweisung bezüglich verstehen der Kommandos über Funk, nicken mit dem Kopf, schütteln wenn man es nicht versteht und das ganze drum und dran.
Dann ging es auf die Strasse und zum Parkplatz. Ich dachte mir wenn ich es bis dahin schaffe, dann ist alles i.O. Auf dem Parkplatz ging es gleich los.
Großer Slalom war kein Problem. Dann aber der Schrittgeschwindigkeitsslalom. Naja, einmal absaufen darf man wohl bevor man die Kegel erreicht hat. Ich glaube er hat nichtmal richtig hingeschaut.
Gebremster Ausweichhaken ging so…ungebremsten habe ich versaut. Franki sagte bei Ihm hätte ich das Teil auf jeden Fall nochmal machen müssen, aber der Prüfer sagte nichts. Dann nochmal Gefahrbremsung und fertig waren die Übungen auf dem Parkplatz.
Wieder auf der Strasse
Ab ging es wieder auf die Strasse und gefahren. Er scheuchte mich durch Gebiete die ich noch nie vorher gesehen hatte und ich wohn schon lange in Berlin. Naja, bis ich an eine Vorfahrtsstrasse kam.
Also Blinker rechts raus und angehalten. Schön nach Links geschaut ob nichts kommt und dann Gas und los. Just in dem Moment sehe ich einen Mercedes schnell näher kommen. Scheiße…dachte ich nur…jetzt Gas und weg, ich war ja schließlich schon im Anfahren und in Schräglage. Bremsen hätte nicht mehr geklappt. Prüfer hinter dem Mercedes rein. Ich hab dann kurz gewartet am Rand bis der Mercedes vorbei war und bin dann weiter gefahren. Nun fingen die Gedanken an zu Kreisen. Vorfahrstverstoß heißt durchgefallen. Scheiße, scheiße, scheiße. Es kam aber nichts von hinten.
Er scheuchte mich noch ca: 15-20 min durch die Stadt und ließ mich dann nach Links in eine kleine Strasse mit Parkbuchten abbiege.
Dort kam dann der schlimmste Satz einer Führerscheinprüfung: “Bitte fahre rechts ran.”
Mist dachte ich, jetzt ist es vorbei.
Ich dachte bis dahin, das wir zurück zur Dekra fahren, aber nüscht. Damit war mein Gefühl ein richtig schlechtes. Was ich später erst sah, war das neben der Strasse ein Prüfungsparkplatz mit vielen Fahrschülern war. Hätte ich mal vorher sehen sollen.
Der Prüfer stieg aus, kam zu mir rüber und sagte als erstes:
“Na, weißt Du wo es Deinen Hauptfehler gab?”
Na klar wußte ich wo es den gab. Hab ich Ihm auch erzählt.
Danach kam dann vom Ihm, daß er extra geschaut hat ob der Mercedes gebremst hatte. Mußte dieser aber wohl nicht. Damit war es eine Vorfahrtsgefährdung, aber kein Verstoß.
BESTANDEN!!!
Puuuhhh, ein Stück Arbeit wieder hinter mir.
Nach dem Händeschütteln und dem überreichen des Führerscheins, ging es zurück zur Fahrschule.
Schon komisch nen Fahrlehrer im Nacken zu haben, der nichts mehr sagt, wenn man statt mit 60 mit 70 die Strasse runter fährt.
Aber nun ist Fahrschule vorbei und ich darf Mopped fahren.
Fahrschule Ende
Tja, nun wird es spannend. Bin gestern mal kurz bei meiner Fahrschule vorbeigedackelt und hab nach meinem Prüfungstermin gefragt.
Nächste Woche Donnerstag (14.5.) ist es endlich so weit. Um 12:45 Uhr startet meine Prüfung.
Am Dienstag und Mittwoch wird nochmal eine Übungsstunde eingelegt und wenn dann alles glatt geht, dann wird am Donnerstag gefeiert. Also drückt mir die Daumen.
So am Montag dieser Woche war es nun mit der Nachtfahrt soweit. Ich hatte ganz schön respekt davor, da es ja nun im Dunkeln über Landstrasse ging.
Ich war also gegen 21:00 Uhr an meiner Fahrschule und traf mich mit Frank. Absprechen, Helm auf, Funkgeröät angesteckt und los ging es.
Erstmal natürlich durch das hell erleuchtete Berlin. Kein Problem. Ich mag auch langsam meine F650CS und fühl mich wohl auf der Kiste.
Nun gut, langsam dünnten die Häuser aus und wir fuhren auf die Landstrassen um Berlin. Richtung Eberswalde ging es und was passiert? Na das was Frank noch vorher sagte.
Er meinte “Hauptsache wir treffen auf keinen Rehbock“. Und prompt hab ich so ein Tier auf der Strasse. Schrecksekunde und dann Bremsen. Er war zum Glück weit weg und entschied sich mich heute nicht in den Tot zu reissen. Wer weiß aber welche Suizid-Rehe so noch unterwegs sind? Ich hatte vor Jahren mal ein Reh mit Auto erwischt und weiß noch genau wie das geknallt hat.
Jetzt war ich also vorsichtig und was passiert? Kaum 5 km später das nächste Tier auf der Strasse. Aber auch das entschied sich heute sich nicht mit einem Motorrad anzulegen.
Mensch, nach solchen Begegnungen gehen einem diverse Gedanken durch den Kopf.
“Was passiert wenn die Dinger in einer Kurve auftauchen”. Man wird schon sehr aufmerksam.
Mein Highlight hatte ich aber später. Wir gurken so mit 80 km/h (war vorgeschrieben) über die Landstrasse und kommen an eine Kurve. In dem Moment wo ich die Kurve erreiche merke ich das etwas nicht so klappt wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich also Maschine in Schräglage, aber so richtig hab ich die nicht runter bekommen. PANIK. Ich höre meinen Fahrlehrer nur noch brüllen “Drücken, drücken…” und dann war die Kurve zum Glück zu Ende.
Das war knapp. Das war sogar sehr knapp. Ich war wohl auch sehr nahe am Randstreifen, was heißt knapp vor Sand, Split und was da noch so alles rumliegt.
Nach dem Ding brauchte ich erstmal 5 min zur Beruhigung. Im nach hinein betrachtet, weiß ich das ich nicht aufs Ende der Kurve geschaut hatte, sonder kurz vor meinem KRad den Blick hatte und das hat mich wohl zerissen.
Die nachfolgenden Kurven waren dann kein Problem mehr, auch mit höherer Geschwindigkeit. Puhhh, davor kann Dich kein Fahrlehrer beschützen.
Weiß eigentlich einer wieviel Fahrschuler sich schon hingepackt haben??? Würde mich mal spontan interessieren. Man das war ein Ding.
Der Rest des Abends verlief ruhig. Keine weiteren Vorkommnisse, außer das meine bessere Hälfte sich bestättigt fühlt und meint das Sie bald Witwe ist. Mal sehen. Ich werde natürlich alles daran setzen, das ich Unfallfrei durch mein Motorradleben komme, aber für das idiotische Verhalten anderer kann ich ja nichts.
Nächste Woche geht es nochmal auf den Parkplatz und wenn alles gut läuft, sollte Ende nächster Woche der Führerschein da sein. Ich halte Euch auf dem laufenden.
So hier nun mein versprochender Bericht über die Sonderfahrten.
Begonnen hat der ganze Tag morgens um 8:00 Uhr bei meiner Fahrschule.
Rein in die Klamotten (die Hälfte darf ich bei der Fahrschule lassen) und rauf auf die BMW F650CS.
Nun gut dachte ich mir. Jetzt gehts also los. Mit viel Bauchkribbeln und Vorfreude also rauf auf die Strasse und schnellstmöglich raus aus Berlin.
Frank, mein Fahrlehrer, wird sich ja schon auskennen.
Wir sind also von 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr über die Landstrasse geballert/gefahren.
Die erste Kurve mit 100 km/h fand ich dann doch schon etwas heftig, aber nach kurzer Zeit kam das Gefühl und da mein Fahrleher vor mir fuhr und mir die Linie zeigte war das kein Problem.
Es machte richtig Spaß und nach 4 Stunden Landstrasse war ich dann doch schon ganz schön durch den Wind und fertig.
Am nächsten Tag merkte ich meine weichen Arme. War wohl doch etwas angespannt auf der Maschine.